Hayden Wilde und Taylor Knibb feiern ihren Sieg bei der IRONMAN 70.3 WM 2026 in Nizza.

Taylor Knibb und Hayden Wilde sind die Gewinner der IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft 2026 in Nizza. Während Knibb bei den Frauen ihren vierten WM-Titel feiern durfte, setzte sich Wilde bei den Männern in einem hochklassigen Rennen knapp gegen Kristian Blummenfelt und Titelverteidiger Jelle Geens durch.

Nizza hat am Wochenende zwei neue IRONMAN-70.3-Weltmeister gekürt – zwei Athleten, die ihre Stärken vor allem auf dem Rad und beim Laufen ausspielen konnten. Auf dem anspruchsvollen Kurs an der französischen Riviera triumphierte zunächst Taylor Knibb bei den Frauen, einen Tag später sicherte sich Hayden Wilde den Titel bei den Männern.

Startschuss für das Frauenrennen bei der Ironman 70.3 WM 2026 in Nizza.
  • Foto: Bartlomiej Zborowski/Getty Images for IRONMAN

Knibb dominiert auf dem Rad

Fast 50 der weltbesten Profiathletinnen gingen am Samstag über 1,9 Kilometer im Mittelmeer an den Start. Das Schwimmen entwickelte sich zunächst zu einer engen Angelegenheit: Sophie Evans führte nach 25:49 Minuten vor Lena Meißner und Jenna Campbell. Taylor Knibb kam als Fünfte mit lediglich neun Sekunden Rückstand aus dem Wasser.

Auf dem Rad dauerte es dann nicht lange, bis die US-Amerikanerin das Rennen an sich riss. Bereits am ersten Anstieg setzte sich Knibb vom Feld ab und hatte nach rund 13 Kilometern 30 Sekunden Vorsprung. Zehn Kilometer später waren es bereits mehr als zwei Minuten, nach 30 Kilometern über viereinhalb Minuten.

Auch am Col de Vence, dem entscheidenden Anstieg des Kurses, baute Knibb ihren Vorsprung weiter aus. Hinter ihr entwickelte sich dagegen ein spannender Kampf um die weiteren Podiumsplätze. Marjolaine Pierré, Alanis Siffert und Imogen Simmonds gehörten zu den stärksten Verfolgerinnen.

Knibb wechselte schließlich mit einem Vorsprung von fast viereinhalb Minuten auf die Laufstrecke. Auch dort ließ sie zunächst nichts anbrennen und vergrößerte ihren Abstand weiter.

Julie Derron, Taylor Knibb und Alanis Siffert auf dem Siegerpodium der Ironman 70.3 WM in Nizza.
  • v.l. Derron, Knibb und Siffert | Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images for IRONMAN

Derron läuft von Platz elf aufs Podium

Während Knibb an der Spitze einsam ihre Runden drehte, entwickelte sich dahinter ein spektakulärer Kampf um die Medaillen. Besonders stark präsentierte sich Julie Derron. Die Schweizerin war nach dem Radfahren nur Elfte, arbeitete sich auf den ersten fünf Laufkilometern bereits auf Platz fünf vor und setzte ihre Aufholjagd anschließend fort.

Neun Kilometer vor dem Ziel überholte Derron schließlich auch die bis dahin zweitplatzierte Konkurrenz und schob sich auf Rang zwei. Knibb war zu diesem Zeitpunkt längst außer Reichweite. Derron sicherte sich damit bei ihrer zweiten Teilnahme an einer 70.3-Weltmeisterschaft ihren ersten WM-Podestplatz. 2024 hatte sie in Neuseeland noch Rang fünf belegt. Ich wusste, dass Taylor unerreichbar ist, aber ich habe immer wieder die Zwischenzeiten bekommen, um auf Platz zwei zu gehen“, erklärte Derron nach dem Rennen.

Überraschend stark präsentierte sich auch ihre Landsfrau Alanis Siffert. Die 24-Jährige feierte in Nizza ihre WM-Premiere und verteidigte Rang drei bis ins Ziel.

An der Spitze lief Knibb nach 4:19:24 Stunden als überlegene Siegerin ins Ziel. Ihre Halbmarathonzeit betrug 1:17:56 Stunden. Für die US-Amerikanerin war es bereits der vierte IRONMAN-70.3-Weltmeistertitel innerhalb von fünf Jahren.

Trotz ihres großen Vorsprungs sprach Knibb anschließend auch über die Härte des Rennens. Vor allem die letzten zehn Laufkilometer seien aufgrund der Hitze zu einem „Slog“ geworden. Umso größer sei ihre Freude über den Titel.

Aus deutscher Sicht sorgte Laura Philipp mit Platz sechs für das beste Ergebnis. Sie absolvierte den Wettkampf in 4:27:28 Stunden. Dahinter folgten Bianca Bogen auf Rang 18 in 4:37:53 Stunden, Lena Meißner auf Platz 25 (4:41:22) und Anna Buettner auf Rang 26 (4:42:37). Sarah Schönfelder komplettierte das deutsche Ergebnis auf Platz 31 mit einer Gesamtzeit von 4:49:02 Stunden.

Top Ten Female Professional Results - IRONMAN 70.3 Nizza

Pos Name Nation Swim Bike Run Finish
1 Taylor Knibb USA USA 0:25:59 2:32:07 1:17:56 4:19:24
2 Julie Derron CHE CHE 0:27:20 2:39:40 1:13:04 4:23:30
3 Alanis Siffert CHE CHE 0:26:03 2:37:40 1:18:06 4:25:10
4 Solveig Løvseth NOR NOR 0:27:29 2:38:46 1:16:03 4:25:50
5 Marjolaine Pierré FRA FRA 0:27:21 2:35:23 1:20:27 4:26:38
6 Laura Philipp DEU DEU 0:28:54 2:38:00 1:16:57 4:27:28
7 Imogen Simmonds CHE CHE 0:25:59 2:37:47 1:20:52 4:28:01
8 Audrey Merle FRA FRA 0:26:09 2:40:20 1:19:16 4:29:08
9 Paula Findlay CAN CAN 0:27:26 2:39:25 1:20:05 4:30:33
10 Caroline Pohle DEU DEU 0:26:10 2:40:42 1:20:25 4:30:53
18 Bianca Bogen DEU DEU 0:26:06 2:43:17 1:24:57 4:37:53
25 Lena Meißner DEU DEU 0:25:52 2:40:35 1:31:30 4:41:22
26 Anna Buettner DEU DEU 0:31:48 2:43:15 1:23:47 4:42:37
31 Sarah Schönfelder DEU DEU 0:33:04 2:46:31 1:24:49 4:49:02

Wilde gewinnt Krimi bei den Männern

Am Sonntag folgte das Rennen der Männer – und auch hier spielte das anspruchsvolle Profil eine entscheidende Rolle. Knapp 60 der weltweit besten Triathleten gingen in Nizza an den Start. Nach 1,9 Kilometern Schwimmen führte Seth Rider in 23:28 Minuten. Die Abstände waren minimal: Die ersten 27 Athleten lagen beim Schwimmausstieg gerade einmal 22 Sekunden auseinander.

Hayden Wilde verließ das Wasser auf Rang 22, lediglich 16 Sekunden hinter der Spitze. Auf dem Rad begann der Neuseeländer dann kontinuierlich Plätze gutzumachen. Besonders am Col de Vence spielte er seine Stärke aus und erreichte die Passhöhe bereits auf Rang sieben – nur 37 Sekunden hinter der Spitze.

Auf der anschließenden Abfahrt machte Wilde weiter Boden gut und schloss zur Spitzengruppe auf. Mit der zweitbesten Radzeit des Tages erreichte er schließlich als Zweiter die Wechselzone, lediglich elf Sekunden hinter dem Führenden.

Auch Kristian Blummenfelt und Jelle Geens hatten sich zu diesem Zeitpunkt noch in Schlagdistanz gehalten. Geens, der amtierende 70.3-Weltmeister, war allerdings nur als Zwölfter vom Rad gestiegen.

Kristian Blummenfelt aus Norwegen, Hayden Wilde aus Neuseeland und Jelle Geens aus Belgien feiern am 13. September 2026 in Nizza, Frankreich, auf dem Podium des Männer-Rennens der IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft.
  • v.l. Blummenfelt, Wilde und Geens | Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images for IRONMAN

Blummenfelt auf Aufholjagd

Auf der Laufstrecke übernahm Wilde bereits nach rund einem Kilometer die Führung. Zunächst schien der Neuseeländer einem ungefährdeten Sieg entgegenzulaufen. Doch dahinter starteten mehrere Athleten eine Aufholjagd.

Vor allem Kristian Blummenfelt und Jelle Geens machten Meter um Meter gut. Geens arbeitete sich innerhalb von 25 Minuten um neun Positionen nach vorne, Blummenfelt schob sich ebenfalls bis in die Spitzengruppe. Bei Kilometer 16 lagen beide bereits auf Podiumskurs. Wilde bekam den Druck der Verfolger zu spüren, konnte im letzten Abschnitt des Halbmarathons aber noch einmal zulegen.

Blummenfelt kam dem Neuseeländer bis auf 18 Sekunden nahe, doch für den Sieg reichte es nicht mehr. Wilde brachte seinen Vorsprung ins Ziel und gewann nach 3:50:51 Stunden seinen ersten IRONMAN-70.3-Weltmeistertitel. Blummenfelt wurde Zweiter, Jelle Geens komplettierte als Dritter das Podium. Damit ist Wilde der erste Neuseeländer seit 2008, der sich den Titel bei der IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft sichern konnte.

Wilde widersteht dem Druck der Verfolger

Nach dem Rennen zeigte sich Wilde vor allem mit seiner Laufleistung zufrieden. Bei Kilometer 15 habe er noch gut gefühlt, bevor die letzten Kilometer zur großen Herausforderung wurden. Die letzten zwei Kilometer waren brutal“, sagte Wilde. Entscheidend sei gewesen, den Vorsprung gegenüber Blummenfelt bis ins Ziel zu verteidigen.

Auch Blummenfelt zeigte sich mit seiner Leistung grundsätzlich zufrieden, ärgerte sich aber über den Rückstand auf der Abfahrt. Er habe dort zu viel Zeit auf Wilde und weitere starke Radfahrer verloren. Der Norweger lief jedoch die schnellste Halbmarathonzeit des Tages und stellte mit 1:05:12 Stunden einen neuen Laufrekord bei einer IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft auf. Am Ende fehlten ihm 18 Sekunden zum Titel.

Bei den deutschen Männern landete Jonas Schomburg auf dem achten Platz und erreichte das Ziel nach 3:55:23 Stunden. Lasse Nygaard Priester kam auf Rang fünf noch vor ihm ins Ziel – mit 3:54:08 Stunden erzielte er das beste deutsche Ergebnis im Feld. Dahinter kamen Rico Bogen auf Platz 17 (3:59:15), Fabian Kraft auf Rang 18 (3:59:38), Jannik Schaufler auf Platz 26 (4:03:22), Cedric Osterholt auf Rang 36 (4:10:50) und Thorben Scholl auf Platz 45 (4:16:22) ins Ziel.

Top Ten Male Professional Results - IRONMAN 70.3 Nizza

Pos Name Nation Swim Bike Run Finish
1 Hayden Wilde NZL NZL 0:23:44 2:16:50 1:07:21 3:50:51
2 Kristian Blummenfelt NOR NOR 0:23:50 2:19:02 1:05:12 3:51:09
3 Jelle Geens BEL BEL 0:23:39 2:18:51 1:07:12 3:52:40
4 Gustav Iden NOR NOR 0:24:40 2:16:43 1:08:51 3:53:16
5 Lasse Nygaard Priester DEU DEU 0:23:41 2:17:13 1:10:22 3:54:08
6 Casper Stornes NOR NOR 0:23:44 2:17:34 1:09:43 3:54:23
7 Jamie Riddle ZAF ZAF 0:23:32 2:17:50 1:10:11 3:54:44
8 Jonas Schomburg DEU DEU 0:23:34 2:17:59 1:10:54 3:55:23
9 Sam Dickinson GBR GBR 0:23:31 2:17:48 1:11:08 3:55:40
10 Michele Bortolamedi ITA ITA 0:23:30 2:17:06 1:12:28 3:55:51
17 Rico Bogen DEU DEU 0:23:40 2:17:08 1:15:27 3:59:15
18 Fabian Kraft DEU DEU 0:23:42 2:23:53 1:08:38 3:59:38
26 Jannik Schaufler DEU DEU 0:23:45 2:24:17 1:12:02 4:03:22
36 Cedric Osterholt DEU DEU 0:23:38 2:28:34 1:15:08 4:10:50
45 Thorben Scholl DEU DEU 0:26:21 2:24:18 1:19:17 4:16:22

Auch in der Pro Series wird es spannend

Die Rennen von Nizza hatten zudem Auswirkungen auf die Gesamtwertung der IRONMAN Pro Series. Bei den Frauen machte Solveig Løvseth einen besonders großen Sprung und verbesserte sich um drei Positionen auf Rang zwei. Marta Sanchez kletterte auf Platz drei, Tamara Jewett rückte auf Rang vier vor. Auch Lotte Wilms und Kat Matthews schafften den Sprung in die Top Ten. An der Spitze liegt weiterhin Laura Philipp. Die deutsche Athletin geht damit als Führende in die entscheidende Phase der Saison.

Die Pro Series wird beim IRONMAN World Championship in Kailua-Kona auf Hawaii abgeschlossen. Dort entscheidet sich, wer die Gesamtwertung der Saison 2026 für sich entscheiden kann.

Nizza lieferte damit nicht nur zwei neue Weltmeister, sondern auch einen Vorgeschmack auf das große Saisonfinale auf Hawaii: Taylor Knibb und Hayden Wilde haben ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis gestellt – während dahinter sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern ein hochspannender Kampf um die weiteren Plätze entbrannte.

Hayden Wilde aus Neuseeland auf der Radstrecke des Männer-Rennens der IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft.
  • Hayden Wilde (NZL) | Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images for IRONMANMAN
Kristian Blummenfelt aus Norwegen tritt auf der Radstrecke des Männer-Rennens der IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft an.
  • Kristian Blummenfelt (NOR) | Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images for IRONMANMAN
Jelle Geens aus Belgien auf der Zielgeraden des Männer-Rennens der IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft.
  • Jelle Geens (BEL) | Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images for IRONMANMAN
Taylor Knibb aus den USA beim Lauf des Frauen-Rennens der IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft.
  • Taylor Knibb (USA) | Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images for IRONMANMAN
Julie Derron aus der Schweiz auf der Laufstrecke des Frauen-Rennens der IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft.
  • Julie Derron (CHE) | Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images for IRONMANMAN
Alanis Siffert aus der Schweiz auf der Radstrecke des Frauen-Rennens der IRONMAN-70.3-Weltmeisterschaft.
  • Alanis Siffert (CHE) | Foto: Pablo Blazquez Dominguez/Getty Images for IRONMANMAN

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